Freitag, 30. Dezember 2022

Leopold ist nicht müde


Sätze wie "Ich bin noch gar nicht müde" oder "Ich will noch nicht schlafen!" kennen wohl alle Eltern. Auch der kleine Löwe Leopold meint noch gar nicht müde zu sein und überhaupt muss er schließlich nicht machen, was andere, in dem Fall seine Eltern, sagen. Nämlich ins Bett gehen. So bleibt er die ganze Nacht wach und spielt. Doch schon am nächsten Morgen merkt man ihm an, dass dies vielleicht keine so gute Idee war. Er ist so müde, dass alles viel langsamer und weniger gut klappt. Während seine Freunde spielen und toben, hängt er völlig durch und schläft sogar zwischendurch ein. Von der Gute-Nacht-Geschichte, die seine Mama ihm vorliest, bekommt er nicht mal mehr was mit. Er schläft sofort ein und das fühlt sich so gut an. 

>Leopold ist nicht müde< aus dem Gruhnling Verlag ist eine zuckersüß illustrierte Gute-Nacht-Geschichte, die mit wenigen und einfachen Sätzen kleinen Schlafverweigerern zeigt, dass es vielleicht doch besser ist genug Schlaf zu bekommen

Donnerstag, 29. Dezember 2022

Linas Reise ins Land Glück


Daniels Eltern haben Spätschicht im Krankenhaus und Lina bringt ihn ins Bett. Sehr zu Daniels Freude, denn niemand erzählt so spannende Geschichten wie Lina. An diesem Abend erzählt sie eine Geschichte aus ihrer Kinderheit: Eines Tages verschwindet ihr großer Bruder Leon plötzlich und sie weint sich jede Nacht in den Schlaf. Nichts und niemand kann sie über den Verlust ihres besten Freundes hinweg trösten. Eines Tages bekommt sie von ihren Eltern einen Schlitten geschenkt. Um ihnen eine Freude zu machen, stapfte sie mir dem Schlitten los und fährt einen Hügel hinab. Sie wird immer schneller und schneller, saust unter einer Tanne hindurch, stürzt und schlägt mit dem Kopf auf. Die Welt um sie herum wurd schwarz. Als sie wieder wach wird, traut sie ihren Augen nicht. Um sie herum stehen riesige Insekten. Alle freundlich und höflich. Vor allem Herr Jacobi, der ihr erklärt, dass sie im Land Glück sei und es nicht die Insekten seien, die groß sind, sondern sie selbst klein, wie Däumelinchen ist. Lina stellst fest, dass sie das erste Mal seit Leons Verschwinden Glück verspürt. Doch das Glück währt nicht lange. Am nächsten Tag steht eine riesige Krabbe vor ihr. Sie zwingt Lina mitzukommen, um mit anderen Kindern, die ebenfalls Gefangene der Krabbe sind, nach Perlen zu tauchen. Am Abend werden alle Kinder in einer Höhle zusammengepfercht und keines der Kinder traut sich zu fliehen. Plötzlich hört Lina den Klang einer Flöte, die wie die Flöte ihres Bruders klingt. Und tatsächlich ist Leon unter den Kindern, wovon der Käfer Herr Jacobi jedes Jahr eines der Krabbe bringt, damit diese die Insekten in Frieden lässt. Überglücklich fallen sich die Geschwister in die Arme und Lina schmiedet einen Plan, wie sie alle der Krabbe entkommen können. Die Flucht gelingt ihnen tatsächlich und sie kehren ins Land Glück zurück. Dort treffen sie auf Herrn Jacobi, der um Verzeihung bittet und die Kinder zum Tunnel begleitet, durch den sie ins Land Glück gelangt sind. Lina verzeiht Herrn Jacobi und kehrt zusammen mit ihrem Bruder überglücklich nach Hause zurück.

Die Geschichte und Linas "Hineinstolpern" in das Land Glück mit seinen fantastischen Wesen erinnern an Lewis Carrolls Alice im Wunderland. In einer Mischung aus Realität und Fiktion werden Leser:innen auf eine emotionale und zum Teil düstere Abenteuerreise mitgenommen, in der viele verschiedene Gefühle eine Rolle spielen. Lina trauert um ihren verschwundene Bruder, sie verspürt großes Glück im Land Glück, dann aber auch Angst, als sie der Krabbe begegnet. Doch sie nimmt all' ihren Mut zusammen, um sich aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Sie hegt keinen Groll gegen den Käfer Herr Jacobi und verzeiht ihm, dass er sie und auch alle die anderen Kinder der Krabbe geopfert hat. Und die Geschichte endet mit großer Freude und Glück, weil die Geschwister wieder zusammen gefunden haben.

Grandios sind die Illustrationen der Künstlerin Emilia Dzibuak dieses Bilderbuches. Ihr gelingt es unheimlich eindrückliche Bilder zu erschaffen. Oft ist der Hintergrund für ein Kinderbuch eher ungewöhnlich dunkel, was für eine bedrohliche Stimmung sorgt. Doch jedes noch so dunkle Bild beinhaltet auch immer einen hellen Lichtschimmer. Die Illustrationen sind fantastisch. Absolut gelungen.


Mittwoch, 28. Dezember 2022

Bunte Spielideen KNETE




Kneten macht vielen Kindern Spaß, wird von ihnen mit großer Ausdauer und Phantasie betrieben und ist pädagogisch und therapeutisch sehr wertvoll. Es wird geknetet, gedrückt, gerollt, modelliert und geformt. Die Kinder erlernen, wie sie ihre Kraft gezielt einsetzen können. Dabei werden Handmuskulatur, Grob- und Feinmotorik trainiert, die für das Erlernen des Schreibens sehr wichtig sind. Der Tastsinn wird verfeinert, Kreativität gefördert und die Fantasie angeregt. 

Mit dem Pappebuch >Bunte Spielideen - Knete< aus der Reihe kleine Kreativwerkatatt aus dem Usborne Verlag, werden Kinder dazu angeregt einfache Formen zu kneten und damit die schön bunten Bilder im Buch zu vervollständigen. Zu Beginn gibt es ein paar Warmmachübungen und Tipps und dann geht es schon los. Es werden Äpfel für den Apfelbaum geformt, Orangen für den Obstkorb, eine Eiskugel, die die Eiswaffel des Hasen füllt und manche Flächen, wie zum Beispiel der Körper der Marienkäfer mit Punkten verziert. Die über 15 fröhlich gestalteten Seiten bieten eine Menge Abwechslung und Spaß. Also auf die Knete fertig los. 

 

Kringel und die Liebe

Heute habe ich ein zauberhaftes Bilderbuch über das wohl schönste Gefühl der Welt: LIEBE! 

Kringel steht morgens vorm Spiegel, betrachtet sich und zwinkert seinem Spiegelbild mit den Worten "Ich hab dich lieb" zu. Und sein Kuschelschwein Knuffel bekommt einen Schmatzer, denn das hat Kringel auch sehr lieb. Gut gelaunt und glücklich macht Kringel sich auf den Weg nach draußen. Die Sonne strahlt, die Blumen blühen und zwei Schmetterlinge flattern über die Blumenwiese. "Ob die auch lieb haben? Und was bedeutet Liebe überhaupt?", fragt Kringel sich da. Er zieht los, um seine Freunde zu befragen.

Für Kessy Katze bedeutet Liebe füreinander da zu sein, für Lisa Kuh bedeutet Liebe zu teilen und Hofhund Hannes möchte alle beschützen. Auch Hahn, Ente, Schafe und der Bauer erzählen Kringel, was Liebe für sie bedeutet. Kringel staunt! Das alles und noch viel mehr ist Liebe! Kringel wird ganz warm ums Herz. Und den großen und kleinen LeserInnen bei dieser liebevollen Geschichte sicher auch. Schon der Anfang ist wundervoll und vermittelt den Kindern eine verdammt wichtige Botschaft: sich selbst zu lieben! Klingel hat sich selbst lieb, genau so wir er ist. Auch wenn sein eines Öhrchen einen Knick hat. Er findet es sogar witzig. 

Kindgerecht und einfühlsam vermittelt Kinderbuchautorin Heidi Leenen die vielfältigen Empfindungen, die mit der Liebe verbunden sind. Franziska Frey hat passend bezaubernde Illustrationen geschaffen. Zum Knuddeln niedlich. 

Am Ende des Buches gibt es Ideen zum Download zum Malen, Basteln und Philosophieren mit jüngeren und älteren Kindern.

Donnerstag, 22. Dezember 2022

Wie feiern Wiesel Weihnachten?


Na, seid ihr ordentlich in Weihnachtsstimmung? Vince Wiesel ist es jedenfalls nicht. Weihnachten ist kein Wieselfest! Wiesel feiern Erdfellfärben, Sommernachtsträumerei und Schneepelzweißen. Als dann auch noch keiner seiner Freunde Zeit hat mit ihm ein Schneeschwein zu bauen, weil sie mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt sind, verzieht er sich genervt in seine Höhle zurück. Doch was ist das? Seine Freunde haben die Tanne vor seinem Bau zum Weihnachtsbaum auserkoren und festlich geschmückt. So sitzt er an seinem Fenster und betrachtet den Baum und kommt über Nacht ins Grübeln. "Wenn Weihnachten so schön ist wie der Baum, dann ist das Fest vielleicht gar nicht so blöd." Und so zieht er los und befragt seine Freunde wie Weihnachten denn sei. Schwärmend erzählen Eichhörnchen Kobold, Eule Wittchen, Hase Lampi, Biberin Bijou und Fuchs Philbert, was das Fest für sie besonders macht: der Duft, die Stille, das Essen, die Party … "Weihnachten ist ganz schön viel", denkt Vince sich. Doch er will es versuchen. Er zündet Kerzen an, backt und kocht, schreibt einen Wunschzettel, bastelt,... doch die Plätzchen brennen an, dass Essen wird auh nichts und so allein will auch keine Stimmung aufkommen. Missgestimmt geht er nach draußen. Wütend und traurig schaut er in die Fenster der Anderen und plötzlich weiß er was Weihnachten ausmacht und hat am Ende doch noch das perfekte Wiesel-Weihnachtsfest. 

Kerstin Hau und Laura Bednarski haben mit >Wie feiern Wiesel Weihnachten?< eine ganz besondere Geschichte geschaffen, die Kindern auf liebevolle Art und Weise, mit einer Prise Humor, zeigt, was Weihnachten wirklich ausmacht und dass es für jeden etwas Anderes sein kann, dass das Weihnachtsfest zu etwas Besonderem macht. Für den Einen sind es die Düfte von gebackenen Keksen, Tannenzweigen und frisch gefallenen Schnee. Für den Anderen sind es all' die Leckereien, die es gibt wird. Hinzu kommen die Vorfreude und die besinnliche Stille. Es sind nicht die Geschenke, die Weihnachten ausmachen, sondern so viel mehr. Und am meisten das Miteinander. Denn am schönsten ist Weihnachten doch, wenn man es im Kreise seiner Familie oder Freunde feiert. Da muss ich an die Weihnachtskarte denken, die ich heute bekommen habe. Auf der Karte das Foto einer Patchworkfamilie, von Großeltern bis Enkel, alle am strahlen und darüber steht "Weihnachten ist, wenn die besten Geschenke am Tisch sitzen und nicht unterm Baum liegen". Wie wahr!

Dieses wundervolle Bilderbuch lässt den Zauber des Weihnachtsfestes in Wort und Bild erleben. Die winterlichen und weihnachtlichen Illustrationen von Laura Bednarski sind einfach zauberhaft niedlich. Mal erstreckt sich eine Szene über eine ganze Doppelseite, mal gibt es zwei Szenen auf einer Doppelseite und auch mal vier Szenen auf einer Doppelseite. Die Farben sind kräftig und schön bunt und doch dominieren, wie ich finde, die traditionellen Weihnachtsfarben rot und grün in verschiedenen Tönen. Es macht richtig Spaß die Bilder zu betrachten. Die Geschichte ist kindgerecht geschrieben, die Texte in die Bilder eingefügt und die Schrift relativ und angenehm groß geschrieben. Manche Wörter oder auch Sätze werden durch eine größere und andere Schriftart hier und da hervorgehoben, um ihnen eine besondere Betonung zu verleihen. Das lockert den Text nochmal etwas mehr auf und macht auch optisch etwas her. Eine absolut liebevolle Weihnachtsgeschichte. Für mich machen unter anderem solche Geschichten Weihnachten aus. 

Dienstag, 20. Dezember 2022

Häschens erstes Weihnachtsfest


In dem niedlich illustrierten Bilderbuch >Häschens erstes Weihnachtsfest< steht das Weihnachtsfest vor der Tür und die meisten der Spielzeuge im Spielwarenladen freuen sich darauf, bald in ein neues Zuhause zu kommen. Aber Häschen macht sich Sorgen. Ein Leben außerhalb des Ladens, ohne seinen besten Freund, die Matrosenpuppe, kann es sich nicht vorstellen. Als Häschen bei einem großen Fest am zweiten Weihnachtstag verschenkt werden soll, hat es furchtbare Angst zu einem Kind zu kommen, welches nicht nett zu ihm ist. So kommt es dann leider auch. Das Kind, das Häschen bekommt ist furchtbar unzufrieden mit seinem Geschenk und lässt es achtlos auf dem Boden liegen. Nein, so endet Häschens erstes Weihnachtsfest natürlich nicht. Es gibt eine weihnachtsreife Wendung mit Happy End, aber lest selber. 

In dieser Geschichte ist die Angst sehr präsent. Häschen hat Angst vorm brummenden Bären, denn er könnte es ja beißen und als dummes Ding bezeichnet er das Häschen auch. Häschen hat auch Angst von seinem Freund dem Aufziehmatrosen getrennt zu werden. Die Höhe, in der es am Weihnachtsbaum hängt macht Häschen auch Angst und die Ungewissheit wo es wohl landen würde sowieso. Der Bücherzwerg hat sich mit der Geschichte nicht wohl gefühlt. Auch, wenn das Ende dann doch noch positiv war, erfüllte ihn die Geschichte mit Unbehagen und Angst. 

Mich erinnert die Art und Weise der Geschichte an Geschichten aus meiner Kindheit. Wenn ich richtig recherchiert habe, erschien die Erstausgabe dieser Geschichte unter dem Titel Bunny's first Christmas 1993. Enid Blyton starb bereits 1968. Diese Kurzgeschichte scheint also noch früher geschrieben gewordenzu sein. Nun, wenn man die Geschichte im Kontext der Zeit sieht, in der sie geschrieben wurde, dann gibt es sicherlich nichts daran auszusetzen. Ich bin mit Enid Blyton groß geworden, habe viele ihrer Geschichten verschlungen und geliebt und mag irgendwo auch diese Geschichte, aber vielleicht entspricht sie nicht mehr ganz den heutigen Anforderungen an Kinderbüchern beziehungsweise dem heutigen Ton. 

Als herzerwärmendes Weihnachtsbilderbuch zum Thema Freundschaft, wie es in der Verlagsbeschreibung steht, würde ich es allerdings nicht beschreiben. Es wird eher als Erinnerung an Geschichten aus meiner Kindheit in meinem Bücherregal landen, als im Bücherregal von meinem Zwerg.